Ich bin nun seit knapp zwei Monaten dabei, meine Ernährung auf AIP (Autoimmun-Paleo) umzustellen. Es wird immer einfacher, aber ich halte mich leider noch nicht vollständig an die Vorgaben. Ich gebe ehrlich zu, dass mein innerer Schweinehund momentan einfach zu groß ist… Aber ich habe (wie ich finde) eine gute Entschuldigung: seit einem Monat bin ich stolze Mama eines kleinen Sohnes! 🙂 Gerade in der ersten Zeit fand ich es schwierig, bestimmte Nahrungsmittel zu meiden bzw. Alternativen und neue Rezepte zu suchen. Aber so langsam pendelt sich bei uns ein Rhythmus ein und nun möchte ich die Essensumstellung wieder in Angriff nehmen! Außerdem kehrt so langsam die Morgensteifigkeit in den Gelenken zurück, die während der Schwangerschaft völlig verschwunden war. Zeit also, einmal Bilanz zu ziehen – vielleicht kann ich auch Dir neue Impulse geben. Hast Du Deine Ernährung schon umgestellt? Wie sind Deine Erfahrungen?

Gluten und Getreide habe ich, wie auch vor der Umstellung schon, gemieden – nur an Ostern habe ich mir beim Spaziergang mit einer Freundin ein Eis in der Waffel erlaubt. Auf ein bisschen Gluten reagiere ich nicht mehr sofort; da ich aber weiß, dass Gluten die Darmwand durchlässiger macht, werde ich es natürlich weiterhin meiden. Glutenfreie Haferflocken hatte ich noch zuhause; die Packung werde ich aufbrauchen und dann keine neue mehr kaufen. Haferflocken fand ich immer praktisch, da sie schnell zubereitet sind und satt machen – eine echte Alternative habe ich, zumindest was die schnelle Zubereitung angeht, noch nicht gefunden. Hast Du vielleicht einen Tipp für mich?

Auch Milch und Milchprodukte habe ich, bis auf das eben erwähnte Eis, nicht gegessen.

Auf Reis habe ich noch nicht verzichtet, auf andere Pseudogetreide hingegen schon. Ich bereite meine Smoothies oft mit Reismilch zu, da ich Kokosmilch nicht vertrage. Auch Milchreis esse ich gern. Da ich Reis gut zu vertragen scheine, werde ich zumindest die Reismilch vorerst auf meinem Speiseplan behalten.

Nachtschattengewächse habe ich nun vollständig aus meiner Ernährung verbannt. Tomaten, Auberginen und Paprika hatte ich auch vor der Umstellung schon gemieden (weil Tomaten bei mir Aphten im Mund verursacht haben); seit ca. zwei Monaten esse ich nun auch keine Kartoffeln mehr. Dies war wohl der schwierigste Teil der Umstellung – ich liebe Kartoffeln! Mir geht es allerdings merklich besser, was ich niemals erwartet hätte; daher werde ich Kartoffeln zunächst weiterhin meiden. Stattdessen esse ich Yams, Eddos und Taro (erhältlich im Asialaden). Diese Wurzelgemüse sind Kartoffeln in Geschmack und Konsistenz sehr ähnlich.

Auf Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Hefeextrakt, Nüsse, Alkohol und Kaffee habe ich ohne Probleme verzichtet. Eier habe ich nur an Ostern verzehrt und auch vertragen. Zucker war und ist problematisch… Nach einer durchwachten Nacht erlaube ich mir oft ein Stückchen dunkle Schokolade (ohne Milch, Aromastoffe usw.). Dies möchte ich nun ändern, denn den Zuckerverzehr merke ich sofort (spätestens am nächsten Tag). Die Gelenke sind morgens steifer und schmerzen gelegentlich auch wieder.

Was die für die Eliminationsphase empfohlenen Lebensmittel betrifft, hatte ich keine Schwierigkeiten. Ich esse gern und oft Gemüse, sowohl roh als auch gekocht, und auch Obst vertrage ich sehr gut. Fleisch esse ich ca. zwei Mal wöchentlich, Fisch (mehrmals) täglich. Ich habe, wie viele andere Rheumakranke auch, festgestellt, dass mein Körper Fisch sehr viel besser verarbeiten kann als Fleisch. In den letzten zwei Monaten habe ich viel Neues ausprobiert: ich habe zum ersten Mal ein Suppenhuhn ausgekocht, um Kraftbrühe herzustellen (super lecker!); ich habe Sülze selbst gemacht und Yams-Brötchen gebacken. Nur an Innereien habe ich mich noch nicht herangetraut.

Das Frühstück war für mich die am schwierigsten umzustellende Mahlzeit des Tages. Die typischen Frühstücksprodukte wie Brot oder Müsli fallen bei der Ernährung nach dem AIP-Protokoll weg. Aber man gewöhnt sich doch schnell an neue Gerichte, besonders wenn man sich sagt, dass das Frühstück einfach nur die erste Mahlzeit des Tages ist, anstatt den Begriff mit bestimmten Nahrungsmitteln in Verbindung zu bringen. Ich esse häufig Salat zum Frühstück, oder auch gebratene Plantains (Kochbananen) mit Fisch. Anfangs fiel es mir schwer, auf Brot als Beilage zu Salat oder Suppe zu verzichten, aber die Brötchen aus Yamswurzel sind eine tolle Alternative!

Insgesamt versuche ich, die Ernährungsumstellung nicht als Verzicht zu betrachten, sondern sie als Bereicherung, als Beitrag zu meiner Heilung zu sehen. Wenn ich mir „etwas Gutes tun“ möchte, bedeutet dies also nicht, eine Handvoll Gummibärchen zu essen, sondern z.B. ein paar Datteln. Was fiel Dir während der Umstellung besonders schwer? Wie bist Du damit umgegangen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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