Eine der ersten Maßnahmen meiner Ernährungsumstellung war der Schritt hin zu einer glutenfreien Ernährung, empfohlen von einem Facharzt für Allgemeinmedizin sowie Naturheilverfahren und Mayrarzt, der sich auf die Behandlung des Darms zur Stärkung des gesamten Organismus spezialisiert hat. Für mich machte das gleich Sinn, obwohl viele Schulmediziner die Glutenunverträglichkeit bzw. -sensitivität noch immer eher als „Trenderscheinung“ zu belächeln scheinen.

Was ist Gluten?

Gluten ist der Eiweißbestandteil von Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer (wobei letzterer eine andere Form von Gluten enthält und daher oft besser verträglich ist). Es besteht aus Glutenin und Gliadin; diese werden weiterhin unterteilt in alpha-Gliadin, omega-Gliadin, gamma-Gliadin usw. Hier sieht man auch, warum Bluttests zur Feststellung einer Glutenunverträglichkeit oft inakkurat sind: die Tests stellen meist nur eine Unverträglichkeit gegenüber dem alpha-Gliadin fest – wer auf einen anderen Bestandteil reagiert, wird fälschlicherweise als nicht glutenintolerant angesehen. Weizen, insbesondere der heutige hochgezüchtete Weizen, enthält mit ca. 50% am meisten Gluten. Zusammen mit Wasser ergibt Gluten eine klebrige Masse, weshalb es auch oft Klebereiweiß genannt wird. Zum Backen ist das natürlich super, für den Darm allerdings nicht.

Gluten – Auswirkungen auf den Darm

Unsere Darmwand besteht normalerweise aus einem dichten „Netz“ an Zellen. Dies verhindert, dass unverdaute Nahrungsmittel und Giftstoffe aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Gliadin-Komponenten die dichten Verbindungen der Darmwand zerstören und damit die Darmwand durchlässig machen. Man spricht von Intestinaler Permeabilität, also Darmdurchlässigkeit, oder „Leaky-Gut-Syndrom“. Unvollständig verdaute Nahrung und Giftstoffe können nun durch die Darmwand direkt in den Blutkreislauf gelangen – und natürlich reagiert der Körper auf diese „Eindringlinge“ mit einer abwehrenden Immunreaktion und schüttet Antikörper aus. Mit der Zeit führt diese Immunreaktion zu Entzündungsprozessen im Darm und zu einer progressiven Zerstörung der Darmzotten (genauer gesagt der Dünndarmzotten). Da ca. 80% unseres Immunsystems im Darm bzw. Dünndarm lokalisiert ist, wird klar, warum Gluten zu Immunstörungen führen kann. Die Heilung des Darms sollte daher bei Autoimmunerkrankungen eine zentrale Rolle spielen. Eine glutenfreie Ernährung kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Aber Achtung: „ein bisschen glutenfrei leben“ funktioniert nicht – die Auswirkungen von Gluten auf den Darm können bis zu 6 Monate anhalten und das Immunsystem wird unnötig in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb gilt: ganz oder gar nicht!

Glutenunverträglichkeit – oder reagiert der Körper auf Unkrautvernichter?

Mittlerweile gibt es mehrere Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Gluten- bzw. Weizenintoleranz und Glyphosat (dem aktiven Wirkstoff in Roundup, einem Unkrautvernichtungsmittel der Firma Monsanto) hinweisen. Pflanzen werden (gentechnisch) dahingehend verändert, dass sie Roundup vertragen, und werden dann mit Roundup/Glyphosat besprüht. Während die behandelten Pflanzen resistent gegen das Gift sind, wird Unkraut vernichtet. Um den Reifungsprozess und somit ihre Getreideernte zu optimieren, bringen einige Landwirte auch kurz vor der Ernte Glyphosat auf ihren Feldern, besonders Weizenfeldern, aus. Der Verbraucher erhält dadurch ein Endprodukt, dass unter Umständen stark mit Rückständen belastet ist. Glyphosat trägt erheblich zur Durchlässigkeit der Darmwand bei – die Folge können Autoimmunkrankheiten sein. Wissenschaftler weisen aber auch auf mögliche Zusammenhänge mit Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten, Schilddrüsenerkrankungen und bestimmten Krebsarten hin. Für mich ein weiterer Grund für eine Ernährung ohne Weizen und Co.!

Foto: fotomem

Quellen:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gluten-hashimoto.html
Interdisciplinary Toxicology 2013; Vol. 6(4): 159–184; online: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3945755/
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/weizen-roundup-giftig-ia.html

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