Der Darm spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit. Hier befinden sich unzählige wichtige Immunzellen – bis zu 80% des Immunsystems ist im Darm lokalisiert. Auch findet ein Großteil der Verdauung hier statt, nicht im Magen, wie viele oft meinen. Über die Darmwand nehmen wir die Nährstoffe aus der Nahrung auf. Außerdem produzieren verschiedene Bakterien Vitamine, z.B. Vitamin K (Coli-Bakterien), die Vitamine B3, B5 und Folsäure (Clostridienarten), Vitamin B12 (Laktobazillenarten) und Biotin (Keime der Gattung Bacteroides). Auch die Vorstufe zum „Glückshormon“ Serotonin entsteht hier. Der Darm ist eng mit unserem Nervensystem verbunden; Stress und Kummer, aber auch Glücksgefühle haben häufig einen Einfluss auf den Verdauungstrakt – nicht umsonst müssen wir schlechte Nachrichte erst einmal „verdauen“; sie schlagen uns buchstäblich „auf den Magen“. Es leuchtet daher ein, dass der Darm bei bester Gesundheit und voll funktionsfähig sein sollte, damit es uns gut geht. Aber wie erkennen wir, wie es um unsere Darmgesundheit steht?

Der Stuhl – ein wichtiges Bewertungskriterium der Darmgesundheit

Abgesehen von eindeutigeren Anzeichen für eine Störung, wie Schmerzen oder Krämpfe, liefert unser Stuhl wichtige Hinweise über unseren Darmzustand. Für viele ist dies ein unangenehmes Thema; ich halte es aber für unumgänglich, sich damit zu befassen, wenn man nachhaltig etwas für seine Gesundheit tun möchte. Der Stuhl besteht aus unverdaulichen Nahrungsmittelbestandteilen, Wasser, abgestoßenen Zellen, Verdauungssäften und – bis zu 75% – aus Bakterien. Der unangenehme Geruch entsteht durch Faul- und Gärungsgase und wird häufig durch eine bakterielle Fehlbesiedelung des Darms ausgelöst. Aus naturheilkundlicher Sicht hat ein gesunder Mensch ein- bis zweimal pro Tag Stuhlgang; der Stuhl ist geformt, lässt sich leicht und ohne Schmerzen ausscheiden und riecht nicht stark. Außerdem braucht der gesunde Mensch kaum Toilettenpapier. Letzteres sorgt in Gesprächsrunden immer wieder für einen Aufschrei, aber Naturvölker zeigen, dass der Mensch Stuhl absetzen kann, ohne hinterher Papier zu brauchen, wenn der Darm gesund ist. Durch die heutigen Lebensmittel und Essgewohnheiten ist der Darm jedoch bei vielen von uns chronisch entzündet. Auch Blähungen geben oft einen Hinweis darauf, dass der Darm sich nicht im Idealzustand befindet. Mit der Bristol-Stuhlformen-Skala, einem klinischen Bewertungsschema, kann man seinen Stuhl anhand von Form und Konsistenz einordnen. Die Typen 5, 6 und 7 (breiiger Stuhl) weisen übrigens auf Entzündungen im Körper hin.

Darmsanierung

Gerade bei Autoimmunerkrankungen ist es wichtig, den Darm zu sanieren und mögliche Entzündungen zu heilen. Viele chronisch-inflammatorische Erkrankungen, wie z.B. die Multiple Sklerose, gehen mit einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Darms (einer sogenannten Dysbiose) einher. Was können wir also tun, um Entzündungen auszuheilen, die Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen und die Darmtätigkeit zu unterstützen?

  1. Kohlensäurefreies Quell- oder Mineralwasser trinken, ca. 2 Liter am Tag, um Nieren, Leber und Darm dabei zu unterstützen, Gift- und Schlackenstoffe aus dem Körper zu transportieren.
  2. Sich so basisch wie möglich ernähren, um den Säure-Basen-Haushalt des Körpers wieder herzustellen. Besonders auf Alkohol, Zucker und Fertigprodukte jeglicher Art sollte verzichtet werden. Wenn du dich an das AIP-Protokoll hälst (und dabei nicht zuviel Fleisch isst), bist du auf der sicheren Seite.
  3. Fasten kann durchaus einen wichtigen Beitrag zur Darmentlastung Hierbei sind jedoch einige Regeln zu beachten, die über diesen Artikel hinausgehen, daher werde ich zu diesem Thema einen eigenen Post erstellen.
  4. Gleiches gilt für die Darmreinigung durch Einläufe. Ich selbst habe hier schon äußerst positive Ergebnisse erzielt – ich hatte starke Entgiftungserscheinungen bei meiner ersten Ernährungsumstellung mit Entgiftungskur (ärztlich betreut): starke Kopfschmerzen, Quaddeln und Pickel, besonders im Gesicht. Beides verschwand nach dem Einlauf.
  5. Flohsamenschalen quellen im Darm auf und unterstützen die Darmreinigung, indem sie für die Ausscheidung von verhärtetem Kot und abgelagerten Schleimschichten sorgen. Anders als Einläufe (oder die Colon-Hydro-Therapie) wirken Flohsamenschalen schon im Dünndarm reinigend, während erstere nur den Dickdarm erreichen. Man sollte allerdings nicht zuviele Flohsamenschalen auf einmal zu sich nehmen, da dies zu Verstopfung führen kann (eben weil sie so aufquellen). Als Faustregel gilt: pro Teelöffel Flohsamenschalen mindestens ¼ Liter Wasser trinken. Die Flohsamenschalen können z.B. einfach über den Salat gestreut werden. Achtung: während der Eliminationsphase sollte auf Samen verzichtet werden.
  6. Selbstgemachte Knochenbrühe (Bioqualität!) liefert wichtige Mineralstoffe, sowie Kollagen, Gelatine und Glukosamine, die für den Aufbau der Darmschleimhaut wichtig sind.
  7. Auf ausreichende Bewegung sollte geachtet werden. Sport und Bewegung regen die Peristaltik, also die Darmbewegung, an; Nahrung und Stuhl können so transportiert und ausgeschieden werden.
  8. Die Darmflora kann mit nützlichen Bakterien aufgebaut werden. Zu den empfehlenswerten probiotischen Kulturen, die gut über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden können, gehören die Laktobakterien und die Bifidobakterien. Auch probiotische Nahrungsmittel, wie z. B. Sauerkraut, sind in diesem Zusammenhang hilfreich.
  9. Denke immer daran, dass die Verdauung im Mund Wir können Magen und Darm daher unterstützen, indem wir die Nahrung gründlich kauen (20-30 Mal vor dem Schlucken).

Hast du weitere Tipps? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Foto: Ed Uthman

Quellen:
http://www.gesundheits-lexikon.com/Speiseroehre-Magen-Darm/Stoerung-der-Darmflora-Dysbiose-/
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/darmsanierung-10-tipps-pi.html

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